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Wege aus der Einsamkeit

171211 Einsamkeit11.12.2017. Sich verlassen fühlen tut weh und hat Folgen für die Gesundheit. Über Wege aus der Isolation.

Natürlich überkommt fast jeden von uns ab und zu das Gefühl, allein und verlassen zu sein. Einsame Menschen quält dieser Zustand jedoch dauerhaft. Schlimmer noch: Die emotionale Pein geht oft mit Angstattacken oder Depressionen einher, Blutdruck und Sterberisiko steigen. Anlass genug für Forscher, sich der gefährlichen Gemütslage näher anzunehmen. Was sind ihre Auslöser? Erwiesen ist: Armut und Krankheit fördern den seelischen Druck. Auch der Tod eines langjährigen Partners gilt als Stressor.

Ingrid P. traf dieses Schicksal im August 2015. Ihr Mann, all die gemeinsamen Jahre, von einem Tag auf den anderen war alles weg. "Den Schmerz lasse ich zu, sonst staut er sich auf", erzählt die 83-jährige Witwe. Ihr Weg, sich allmählich damit zu arrangieren, führt sie drei bis vier Mal in der Woche zum Friedhof. "Einsamkeit und Trauer sind für mich etwas Intimes. Da lasse ich mir ungern ins Herz schauen", sagt P. Verschlossen hat sie es nicht, "ich habe guten Kontakt zu meinen Kindern und Bekannten. Sie bringen mich auf andere Gedanken."
Neue Kontakte knüpfen

Sich ablenken, die Nähe vertrauter Menschen suchen oder neue Kontakte knüpfen kann ein guter Rat sein, um sich wieder mehr zugehörig zu fühlen. Doch nicht jedem hilft das in seiner Not, weiß Dr. Roland Brosch von der Praxis für Gerontologische und Psychologische Beratung am Klinikum Soest: "Viele Patienten sind tief in ihre Einsamkeit verstrickt." Schon das zuzugeben ist für etliche eine riesige Hürde.

Ein Schritt Richtung mehr Offenheit: sich überlegen, warum man sich im Stich gelassen fühlt. "Manchmal liegt es an hohen Erwartungen, die sich nicht erfüllen", sagt der Therapeut aus Westfalen. Vielleicht kommen die Kinder nicht so häufig zu Besuch, wie man es sich wünscht. Oder der Hund ist gestorben, und das tägliche Gassigehen entfällt. Es kann auch die kranke Hüfte sein, die am Besuch der Sportgruppe hindert.
  • Denken Sie positiv über sich. Sagen Sie sich: "Ich bin so liebenswert wie jeder andere hier auch."
  • Kleider machen Leute: Ziehen Sie etwas an, in dem Sie sich wohlfühlen und sich schick finden.
  • Eine offene Körperhaltung signalisiert Interesse. Arme beim Reden nicht vor der Brust verschränken.
  • Halten Sie Blickkontakt. Lächeln Sie, das bringt Ihnen Sympathiepunkte ein.
  • Erzählen Sie über sich, aber gehen Sie auch auf Ihr Gegenüber ein. Fragen Sie interessiert nach.
  • Machen Sie ehrlich gemeinte Komplimente. Sprechen Sie Gemeinsamkeiten an, wenn Sie diese erkennen.
  • Sagen Sie am Ende des Gesprächs, dass Sie es schön gefunden haben und sich über ein baldiges Wiedersehen freuen würden.

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Quelle: Website Senioren-Ratgeber

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