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Pflege darf nicht zum Armutsrisiko werden

180626 Einstimmige Abstimmung02.07.2018. Pflegebedürftigkeit im Alter dürfe nicht zu Armut führen, sagt der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege e.V. und mahnt die Verbesserung der Pflegesituation an.

Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege e.V. (NEVAP) fordert umfassende Weiterentwicklung der Pflegeversicherung. Nach dem von Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigten Sofortprogramm müssten dringend weitere Schritte unternommen werden, um die Finanzierung der Pflegeversicherung grundlegend um- und auszubauen.

"Viele Menschen sorgen sich, weil sie fürchten, dass sie für den Fall der Pflegebedürftigkeit nicht ausreichend versichert sind", stellte Christian Sundermann, Vorstandsvorsitzender des NEVAP fest, "es darf nicht sein, dass Menschen mit Pflegebedarf aufgrund hoher Pflegeaufwendungen in Armut fallen".

Dass diese Sorge berechtigt ist, bestätigte Prof. Dr. Christoph Butterwege (Köln). Zwar bekämen derzeit nur drei Prozent der Menschen ab 65 Jahren Grundsicherung, die reale Zahl der Menschen in "relativer Armut" sei aber sehr viel höher. Rund zwei Drittel der Berechtigten nähmen das ihnen zustehenden Recht bisher gar nicht in Anspruch, so Butterwege.

Einen Paradigmenwechsel im System der Pflegeversicherung forderte Dr. Bodo de Vries, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP). Durch eine grundlegende Reform müsste die Pflegeversicherung zu einer "echten Pflegeteilkaskoversicherung" werden, in der die Versicherten einen fest kalkulierbaren Eigenanteil hätten. Expertengutachten zeigten, dass dies auch gesellschaftlich finanzierbar sei.

Der Niedersächsische Evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege e.V. (NEVAP) ist übergreifend für die landeskirchlichen Diakonischen Werke als Fachverband tätig und vertritt 178 Träger mit 300 ambulanten und stationären Altenhilfeeinrichtungen in Niedersachsen.

Quelle: Website Diakonie in Niedersachsen


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