Schriftgröße

Warum digitale Medien für Ältere, Herr Voß?

180216 Voß16.02.2018. Günter Voß, SeniorenComputerClub (SCC) Berlin im Interview: "Nur wenn wir die digitalen Medien verstehen, nehmen wir an wichtigen aktuellen Debatten teil und können Vorteile für uns nutzen."

Den akuten Bedarf für eine digitale Weiterbildung habe ich schon vor 20 Jahren nicht zuletzt bei meiner Familie gesehen. Das Programmieren habe ich mir selbst beigebracht und während der Wendezeit Informatikstudenten betreut. Dabei habe ich gelernt, wie viel Spaß mir die Wissensvermittlung macht.

Nach der Wende baute ich für den Humanistischen Verband mehrere Senioren-Internet-Cafés in Berlin auf. Mittlerweile bin ich selbst 68 Jahre alt und finde es essentiell, dass wir Älteren uns mit den digitalen Medien auskennen. Dabei geht es auch um das Thema Teilhabe: Nur wenn wir die digitalen Medien verstehen, nehmen wir an wichtigen aktuellen Debatten teil und können Vorteile, die die Medien bieten, für uns nutzen.

Gerade bei den neuen Themen Smart Home und Internet der Dinge (Link zur Handreichung zum Thema Digitale Zukunft in der Material-Fundgrube) müssen große Hemmschwellen überwunden werden. Dabei sind gerade das Bereiche, die das tägliche Leben im Alter erleichtern können. Dass es niemals zu spät dafür ist, zeigt unser ältestes Mitglied: Mit 91 Jahren nimmt er weiterhin aktiv an unseren Kursen teil.

Mit Smart Home können wir unsere Haushalts- und Multimediageräte zentral fernsteuern, zum Beispiel über unser Smartphone. Dabei werden auch persönliche Daten gespeichert. Viele Ältere nutzen außerdem soziale Plattformen und bestellen im Internet.

Wo sehen Sie Problemfelder rund um unsere Daten?
Günter Voß: Digitaler Nachlass ist hier ein wichtiges Thema. Das betrifft scheinbar vor allem Ältere, ist aber auch für die jüngere Generation wichtig. Der Digital-Kompass bietet dazu immer wieder digitale Stammtische (Link zum Stammtisch) und gutes Material (Link zum Schulungsmaterial in der Material-Fundgrube) an.

Der Austausch mit den Experten hat bei uns schon wichtige Diskussionen angestoßen. Was passiert mit meinen Daten im Netz, wenn ich sie nicht mehr aktiv kontrollieren kann? Wie verhindere ich, dass sie in die falschen Hände geraten? Der digitale Stammtisch zu Fakeshops war in dieser Richtung ebenfalls hilfreich um zu erkennen: Ist das der offizielle Onlineshop? Oder will hier jemand meine Daten abgreifen?

Sicherheit im Netz ist wichtig. Aber können wir uns überhaupt vor Datenklau ausreichend schützen?
Günter Voß: Es gibt viele Möglichkeiten, Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten. Wir haben in den vergangenen Monaten die Themen Datenschutz und Datensicherheit intensiv behandelt und in alle unsere Angebote mit aufgenommen. Bei Fragen rund um die Sicherheit ihrer Daten im Netz fühlen sich viele ältere Internetnutzer oft allein gelassen. Deshalb haben wir auch das Angebot des Landeskriminalamtes angenommen, einen Vortrag zu Cyberkriminalität bei uns zu halten. Der öffentliche Vortrag wird am 14. März im Kreativhaus Berlin stattfinden.

Über Günter Voß
Nach der Wende machte der ehemalige Produktionsleiter für Dokumentarfilme sein Hobby zum Beruf. Im Spannungsfeld Senioren und digitale Medien befindet er sich seit 14 Jahren. Seit 2010 ist Günter Voß Mitglied des SCC Berlin-Mitte. Der Club bietet Kurse und Interessengemeinschaften für digitale Themen an. Als Koordinator des Clubs treibt Voß mit Hilfe von externen Partnern wie der Berliner Universität der Künste innovative Projekte voran.

Kontakt
SeniorenComputerClub (SCC) Berlin-Mitte im KREATIVHAUS e.V.
Fischerinsel 10, 10179 Berlin,
Tel.:+49 30 27 57 91 10
Koordinator:
Günter Voß
E-Mail: koordinator@scc-berlin-mitte.de

Quelle: Website Digital-Kompass

Foto: Günter Voß, Quelle: Christian Kruppa

zurück zur übersicht
zurück
weiter