Schriftgröße

"Türöffner-Initiative" gegen die Einsamkeit

180810 Zwei, die einander der Himmel geschickt hat10.08.2018. Das "Türöffner"-Projekt bringt in Osnabrück freiwillig Engagierte und Menschen, die selbst nicht mehr mobil sind zusammen und damit Zufriedenheit auf beiden Seiten.

Vielleicht noch einmal sehen zu können, das ist ihr großer Wunsch. Erfüllen wird er sich wohl nicht. Josefa Wenker-Hüpel ist 91 Jahre alt, blind, schwerhörig, ans Bett gefesselt.

Aber ihr Kopf, der arbeitet noch so, wie er soll. "Es war Liebe auf den ersten Blick", sagt die weißhaarige Frau, die nichts mehr sieht, und fasst die Hand von Anne Mäteling fester. Die lächelt. Einmal in der Woche besucht sie die bettlägerige Seniorin. Wenn sie kommt, öffnet sich für Josefa Wenker-Hüpel eine Tür – raus aus der Welt des Zimmers, in dem sie Tag aus, Tag ein liegt, gefangen in Schattierungen aus hellgrau bis schwarz. Anne Mäteling ist ihr Türöffner.

Die Ehrenamtliche gehört zur "Türöffner"-Initiative in Wellingholzhausen, einem Ortsteil der Stadt Melle im Osnabrücker Land. Ländlich ist es hier, das Dorf klein, man kennt sich. Es gibt eine aktive Kirchengemeinde, Angebote für Sportbegeisterte und Familien, einen Schützenverein. Für die Gruppe der Hochbetagten gab es bislang wenig. Das hat sich vor knapp zwei Jahren mit dem Startschuss für die "Türöffner" geändert. "Einsamkeit findet häufig hinter verschlossenen Türen statt", sagt Monika Sewöster-Lumme. "Da lag es nahe, unsere Gruppe nach dem zu benennen, was ihre Aktiven tun: diese Türen öffnen."

Direktlink: Mehr Informationen zum Projekt "Türöffner"

Quelle: Website Caritas Osnabrück

Foto: Christian Protte

zurück zur übersicht
zurück
weiter