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Telemedizin: Modellprojekt in Delmenhorst gestartet

180827 Telemedizin27.08.2019. Ein neues Versorgungsmodell mit telemedizinischer Unterstützung von Gesundheitsfachkräften wurde von Niedersachsens Sozialministerin Dr. Carola Reimann am Josef-Hospital Delmenhorst vorgestellt.

Die neuen technischen Möglichkeiten im Rahmen der Digitalisierung werden in Niedersachsen dazu genutzt, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten auf dem Land zu verbessern.

Patientinnen und Patienten, die ab sofort am Wochenende von freitags, 21.00 Uhr, bis montags, 7.00 Uhr in Delmenhorst, Ganderkesee oder Lemwerder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 anrufen, landen in der Telefonzentrale der Johanniter-Unfall-Hilfe. Hier wird zunächst geprüft, ob ein Hausbesuch beim Patienten notwendig ist.
Wenn das der Fall ist, macht sich eine Gesundheitsfachkraft der Johanniter auf den Weg zum Patienten nach Hause. Die examinierte Gesundheitsfachkraft - Rettungsassistentin, Notfallsanitäter oder Krankenpfleger - nimmt bei ihrem Hausbesuch eine erste Einschätzung beim Patienten vor und kann vor Ort dank ärztlich validierter Handlungsempfehlungen schon erste Maßnahmen einleiten.

Bei dem Projekt kommen speziell ausgebildete Fachkräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe zum Einsatz. "Die Initiatoren und Beteiligten dieses Projekts greifen auf Erfahrungen zurück, die in der telemedizinischen Betreuung der in den Offshore-Windparks der Nord- und Ostsee tätigen Arbeitskräfte gesammelt wurden", würdigte Sozialministerin Carola Reimann das KVN-Projekt: "Niedersachsen zählt mit innovativen Projekten im Bereich der Digitalisierung und Telemedizin zu den Vorreitern..."

Dr. Carola Reimann wies darauf hin, dass dieses Projekt durchaus Modellcharakter für andere niedersächsische Regionen haben kann: "Dadurch, dass sich Notfallsanitäter bei einem Hausbesuch per Telemedizin von einem Arzt beraten lassen können, verbessern wir die Versorgung insbesondere der auf dem Land lebenden Patientinnen und Patienten. Und mit Blick auf das Problem überfüllter Notaufnahmen an Kliniken gelingt es mit diesem Modell, Patientinnen und Patienten frühzeitig den richtigen Behandlungsweg zu weisen, der oftmals in die ambulante ärztliche Versorgung führt."

KVN-Vorstandsvorsitzender Mark Barjenbruch betonte vor Journalisten in Delmenhorst die Bedeutung des Projekts für die ärztliche Versorgung in Niedersachsen: "Ziel des auf zwei Jahre angelegten Projekts ist es, die medizinische Versorgung der Menschen im kassenärztlichen Bereitschaftsdienst vor dem Hintergrund der abnehmenden Zahl an Hausärzten auch weiterhin in der gewohnten Qualität aufrechtzuerhalten oder sogar zu verbessern..."

Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Klinikums Oldenburg finanziert.

Quelle: Website Sozialministerium Niedersachsen


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