Betreuung & Pflege
Die Themen Betreuung und Pflege bekommen gerade im Alter eine besondere Bedeutung. Denn zu einem bestimmten Zeitpunkt stellt sich die Frage, wie man im Alter leben möchte. In Würde alt werden und so lange wie möglich in der gewohnten häuslichen Umgebung zu verweilen, ist der Wunsch der meisten Menschen.
In Niedersachsen gibt es derzeit etwa 220.000 pflegebedürftige Menschen. 70% davon werden zuhause gepflegt. Dabei können pflegebedürftige Männer im höheren Lebensalter eher auf die Hilfe Ihrer Ehefrau zurückgreifen als ältere Frauen auf die Pflege durch Ihren Ehemann.
Frauen machen 70% aller pflegebedürftigen Personen aus; ihr Anteil steigt mit zunehmendem Alter aufgrund der höheren Lebenserwartung. Im Alter unter 65 Jahren überwiegt Pflegebedürtigkeit bei Männern. Sehr selten ist die Pflegebedürftigkeit in frühen und mittleren Jahren erforderlich (unter 65 Jahren weniger als 1%).
Auch die 65- bis 80-Jährigen sind noch verhältnismäßig selten auf Pflege angewiesen (5,5%). Erst im hohen Alter nehmen Art und Schwere der Beeinträchtigung stark zu: Ein Drittel der 80-Jährigen gelten als mindestens erheblich pflegebedürftig.
Es muss darum gehen, mehr Aufmerksamkeit und mehr Verständnis für eine immer größere Zahl von Menschen in unserer Gesellschaft zu wecken, die Anspruch haben auf eine qualitätsvolle Pflege, auf Zuwendung und auf Menschlichkeit.
Sie wollen nicht nur verwaltet und dokumentiert werden, sondern sie haben so wie alle ein Recht auf Achtung ihrer Würde. Aber auch all jene, die sich mit viel Kraft - körperlich und seelisch - für die Pflege von älteren Menschen engagieren, sollen ihre Aufgabe so ausüben können, dass sie auch den hohen Anforderungen gerecht werden können.
Für eine humane Pflege sind die folgenden Punkte sehr wichtig:
- Die Pflege muss größere Wertschätzung erhalten und der Pflegeberuf muss aufgewertet werden.
- Die Pflege muss weiter entbürokratisiert werden, um noch mehr Zeit für menschliche Zuwendung zu haben.
- Vereinfachung der Pflegedokumentation ohne Qualitätsminderung der Arbeit.
- Pflegende Angehörige müssen durch psychosoziale Beratung, qualitätsgesicherte pflegerische Dienste und weitere familienentlastende Angebote in ihrer Arbeit unterstützt werden.
- Vor allem die ambulanten Pflegedienste, Kurzzeitpflege und Tages- und Nachtpflege helfen, Heimaufenthalte so weit und so lange wie möglich zu vermeiden.
- Berufstätigkeit und häusliche Pflege müssen vereinbar sein, flexiblere Arbeitszeitmodelle müssen geschaffen werden.
- Der Betreuungs- und Beaufsichtigungsaufwand für Demenzerkrankte muss in der Pflegeversicherung Berücksichtigung finden.
- Das Rehabilitationspotenzial der älteren Menschen sollte speziell in der ambulanten und teilstationären Pflege berücksichtigt werden, um gezielt zu fördern und den Gesundheitszustand zu verbessern oder zu stabilisieren.
Mit der Novelle zum Niedersächsischen Pflegegesetz aus dem Jahr 2004 hat die Landesregierung die Förderung von ambulanten Pflegediensten, Tages- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen in den Vordergrund gestellt.
Das Gesetz trägt somit dazu bei, dass pflegebedürftige Menschen länger in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Zugleich wurde mit dem Gesetz dafür Sorge getragen, dass Mehraufwendungen nicht zu Lasten der Kommunen gehen.
Bewährt hat sich das niedersächsische Pflege-Notruftelefon unter der Rufnummer 0180 2000 872. Das keiner Behörde oder Einrichtung unterstellte Pflege-Notruftelefon berät Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegekräfte bei allen die Pflege betreffenden Fragen oder Problemen, unterstützt sie bei der Konfliktlösung und vermittelt weiterführende Hilfen.
Anzustreben ist auch die Ausweitung des ehrenamtlichen Engagments im Pflegebereich zur Verbesserung der Lebenszufriedenheit Pflegebedürftiger und zur Unterstützung der Fachkräfte. Die landesweite "Personalinitiative Pflege" bemüht sich intensiv um die Nachwuchssicherung, um den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten.
Auf den folgenden Seiten erhalten Sie daher alle Informationen rund um die Themen Betreuung und Pflege in Niedersachsen.
Foto: Michaela Schöllhorn/www.pixelio.de






