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Schutz älterer Menschen vor Gewalt stärken

Zum Internationalen Tag gegen die Misshandlung älterer Menschen appelliert die BAGSO an die Bundesregierung, den Gewaltschutz zu stärken.

Anlässlich des Internationalen Tages gegen die Misshandlung älterer Menschen am 15. Juni hat die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen die Bundesregierung aufgefordert, ältere Menschen wirksamer vor Gewalt zu schützen. Besonders betroffen sind Menschen, die auf Unterstützung oder Pflege angewiesen sind. Sie befinden sich häufig in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis zu den Personen, die sie zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen betreuen.

Nach Auffassung der BAGSO wird das deutsche Sozial- und Familienrecht diesem Schutzbedarf bislang nicht ausreichend gerecht. Gefordert wird ein Erwachsenenschutz, der sich an den Regelungen des Kinder- und Jugendhilferechts orientiert. Die anstehende Umsetzung der EU-Gewaltschutzrichtlinie bis Juni 2027 biete die Chance, den Schutz älterer Menschen deutlich zu verbessern.

Die Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung häuslicher Gewalt sowie zur Opferhilfe und strafrechtlichen Verfolgung umzusetzen. Nach Ansicht der BAGSO sollte in diesem Zusammenhang auch das seit 2025 geltende Gewalthilfegesetz auf ältere Menschen ausgeweitet werden. Auch das Deutsche Institut für Menschenrechte und der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge haben sich bereits für eine Erweiterung des Schutzbereichs ausgesprochen.

Darüber hinaus fordert die BAGSO ein Recht auf gewaltfreie Pflege sowie den Ausbau unabhängiger Beratungs- und Anlaufstellen, etwa Ombudsstellen. Klare gesetzliche Regelungen und eindeutige Zuständigkeiten sollen dazu beitragen, Gewalt in der Pflege besser vorzubeugen und Betroffene wirksam zu schützen.

Quelle: BAGSO