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Alles egal - Hauptsache, ich kann in die Tagespflege kommen

200706 Zwei Frauen im Gespräch06.07.2020. Alleinlebende Tagespflegegäste leiden in der Corona-Zeit verstärkt unter Vereinsamung, weil gleichzeitig andere Angebote im Sozialraum wegfallen.

Pflegende Angehörige in der häuslichen Versorgung sind in der Coronakrise besonders hart getroffen. Viele nutzen zur Entlastung oder zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf die Tagespflegen, die durch den landesweiten Lockdown von einem Tag auf den anderen schließen mussten.

Ende Mai konnten die Tagespflegen mit reduzierter Besucherzahl wieder öffnen. Für die Gäste und ihre Angehörigen ein Segen. Inzwischen dürfen zwar wieder alle Plätze besetzt werden, aber mit den strengen Hygieneregeln kann dies kaum eine Tagespflege leisten. Die reduzierten Besucherzahlen bedeuten, dass weiterhin nicht alle Gäste kommen können. Neuanmeldungen sind praktisch nicht möglich.

Die Warteliste wächst täglich. Nahezu täglich werden neue Richtlinien, Anordnungen und Anforderungen an die Mitarbeitenden der Diakonie in Niedersachsen weitergegeben.

Im Gespräch hat die Pflegedienstleitung Traute Buß von der Diakoniestation Moormerland im Landkreis Leer die aktuelle Situation geschildert: "Wir haben den Betrieb Ende Mai wieder aufgenommen, nachdem ich der Heimaufsicht unser Hygienekonzept zugeschickt hatte. In der ersten Woche hatten wir nur vier Gäste, die sowieso jeden Tag zu uns kommen, um die Gruppe konstant zu halten. So konnten wir uns an den Ablauf gewöhnen. Die Gäste hatten Tränen in den Augen. Sie waren so dankbar, dass sie wieder zu uns kommen dürfen. Sie erzählten von Einsamkeit und Depression. Zwei Gäste hatten sechs Kilo abgenommen. Interessant war, dass die Gäste, die vorher sehr anspruchsvoll waren, einfach nur froh sind, dass wieder geöffnet ist. Sie sagen: Alles egal, Hauptsache ich kann in die Tagespflege kommen."

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