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Skulpturen als emotionale Begleiter

Bis 5. Juli 2026 zeigt die Künstlerin Maja Zipf zeigt in Hannover Objekte zwischen Krise, Natur und Hoffnung

Porträt Maja Zipf, © Maja Zipf

Was kann ein Objekt heute sein – in einer Gegenwart, die zwischen Klimakrise, Erschöpfung und Dauerkrise pendelt? Die Künstlerin Maja Zipf schlägt eine Antwort vor: Skulpturen als emotionale Begleiter.

In den Räumen von feinkunst in der hannoverschen Roscherstraße zeigt Zipf Arbeiten in unterschiedlichen Medien, darunter Keramik, Fotografie und Video. Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle Objekte in einer von Krisen geprägten Gegenwart spielen können: Zipf versteht ihre Skulpturen als emotionale Begleiter – nicht funktional, sondern als Projektionsflächen für individuelle Erfahrungen, Unsicherheiten und nicht zuletzt Hoffnungen.

Formal erinnern ihre Arbeiten an organische Strukturen – an Unterwasserwelten, ferne Planeten oder Mikroorganismen. Inhaltlich verhandeln sie das Verhältnis von Mensch, Natur und Industrie und reagieren auf Themen wie Klimakrise, gesellschaftlichen Druck zur Selbstoptimierung und kapitalistische Strukturen.

Kuratorin Nora Niefanger sagt über die Arbeit „Hoping for better days“: „Auf dem ausladend wellenförmigen Tisch arrangiert, formen Maja Zipfs Keramiken eine Landschaft aus Organismen, die zugleich fremd und vertraut wirken. Sie werden zu in Ton gebrannten Fragen nach dem Verhältnis von Natur und Industrie – Fragen, auf die wir noch keine Antworten haben.“ Der Arbeitsweise von Maja Zipf schreibt Niefanger eine ausgeprägte Experimentierfreude und Offenheit zu. Zipf arbeitet prozessorientiert: Sie erprobt künstlerische Techniken und Materialien und überführt vertraute Elemente in neue Kontexte. Im Mittelpunkt steht dabei der Versuch als künstlerisches Prinzip.

Reinhard Spieler, Direktor Sprengel Museum Hannover:
„Vielleicht erfüllen Maja Zipfs Skulpturen unser durch die ständige Präsenz apokalyptischer Szenarien gelähmtes Gemüt wieder mit etwas Leichtigkeit und schaffen damit ein wenig Raum für Hoffnung.“

Die Ausstellung ist Teil der Reihe „Sprengel@feinkunst“, einem Kooperationsformat zur Förderung junger Gegenwartskunst. Dieses Jahr findet die achte Auflage statt.

Über die Künstlerin
Maja Zipf lebt und arbeitet in Braunschweig und Halle (Saale). Sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und war Meisterschülerin von Wolfgang Ellenrieder. Sie war Teil von Gruppenausstellungen etwa im Kunstverein Braunschweig und bei der Hannover Rück. Für die Ausstellung „Niki. Kusama. Murakami. Love you for Infinity“ entwarf sie eine Arbeit, die als Display für Skulpturen von Niki de Saint Phalle genutzt wurde.

Quelle: Pressemitteilung